Die Stimme erheben gegen anti-palästinensische Hetze

Stellungnahme zur Hetzkampagne anti-palästinensischer Gruppierungen gegen eine Veranstaltung im Rahmen der Israeli Apartheid Week

Wir, Organisationen und Gruppen aus Berlin und aus Israel-Palästina, die sich als Unterstützer*innen des palästinensischen Kampfes und der globalen Kampagne für Boykott, Desinvestition und Sanktionen (BDS) gegen Israel sehen, verurteilen aufs Schärfste die derzeitige Hetzkampagne, die von verschiedenen anti-palästinensischen Gruppierungen betrieben und von der Zeitung “Jungle World” unterstützt wird. Diese Hetzte richtet sich gegen die Veranstaltung der Gruppen FOR-Palestine und BDS Berlin im Rahmen der Israeli Apartheid Week am 4.3.2016 im Kino Moviemento in Berlin.

Die Israeli Apartheid Week ist ein globales Ereignis, um Unterstützung für die BDS-Kampagne zu gewinnen und über die Situation in Palästina aufzuklären. Die BDS-Kampagne, die vor einem Jahrzehnt von der palästinensischen Zivilgesellschaft ins Leben gerufen wurde, ist zurzeit die stärkste und effektivste Methode, den palästinensischen Kampf mit gewaltfreien Mitteln zu unterstützen. Die wiederholten Versuche, diese Kampagne als antisemitisch zu diffamieren, sehen wir als eine gefährliche Verleumdung ohne jegliche reale Grundlage.

Die israelische Regierung ergreift zurzeit massive Maßnahmen gegen BDS. In Deutschland hat die rechtsgerichtete Zeitung Jerusalem Post erwirkt, dass ein Konto einer BDS-Gruppe gekündigt wurde. In Österreich wurde die Holocaust-Überlebende und BDS-Unterstützerin Hedy Epstein daran gehindert, im Parlament zu sprechen, weil sie die Kampagne unterstützt. In Bayreuth wurde eine Preisverleihung an die Anti-Kriegs-Gruppe “Code Pink” beinahe abgesagt, weil sie BDS unterstützt.

Die Veranstaltung in Berlin am Freitag ist eine Vorführung von “Even Though My Land is Burning”, ein Dokumentarfilm eines jüdisch-israelischen Filmemachers und Aktivisten, der das Engagement jüdisch-israelischer Aktivist*innen beim palästinensischen zivilen Widerstand dokumentiert. Der Film verdeutlicht:–Unerlässliche Voraussetzung für ein Zusammenleben in Palästina ist die Überwindung der Apartheid; somit ist er eindeutig anti-rassistisch. Diese Linie vertreten wir und sind stolz darauf. Die Behauptung, ein Film, der sich mit dem gemeinsamen Kampf jüdischer und palästinensischer Menschen auf dem Weg zu einer gemeinsamen Zukunft beschäftigt, sei antisemitisch, wäre lächerlich, wenn sie nicht so gefährlich wäre. Nicht nur werden wir durch solche Vorwürfe diffamiert – sie relativieren darüber hinaus den tatsächlichen Antisemitismus und richten auf diese Weise einen großen gesellschaftlichen Schaden an.

Die Hetzkampagne gegen die gewaltfreie BDS-Kampagne und die Israeli Apartheid Week, der Aufruf für eine pro-israelische Demo in einem Kiez in Berlin, in dem zahlreiche palästinensische Geflüchtete und ihre Familien leben, die Versuche der Diffamierung von kritischen jüdischen Stimmen mit Vorwürfen des Antisemitismus – das alles zeigt uns, dass es hier um eine weitere schamlose Provokation geht, die nur dazu dienen soll, uns zum Schweigen zu bringen.

Wir, palästinensische Aktivist*innen in Berlin, deren Familien aus Palästina vertrieben wurden; wir, jüdische Aktivist*innen in Berlin, deren Familien aus Europa vertrieben wurden; wir, jüdische israelische Staatsbürger*innen, die mit der Boykottkampagne solidarisch sind; wir, Genoss*innen der Palästina-Solidaritätsbewegung aus aller Welt, verurteilen die Versuche, mit Mitteln der deutschen Hegemonie und Definitionsmacht uns zu “Antisemiten” und “Terroristen” zu machen. Wir sind mit der BDS-Bewegung und der Israeli Apartheid Week solidarisch, und werden unsere politische Arbeit für Gerechtigkeit für Palästina trotz aller Angriffe weiter führen.

Freiheit und Gerechtigkeit für Palästina!

FOR-Palestine

BDS Berlin

Die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V. (Berlin)

BOYCOTT! Supporting the Palestinian BDS Call from Within

English: Raise your voice against anti-Palestinian incitement

 

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