Stellungnahme zum Gedenken an die Opfer des israelischen Angriffs auf Gaza 2014 am Holocaust Mahnmal in Berlin

Gaza 2014

Die für den 8. Juli 2016 angekündigte Veranstaltung am Berliner Denkmal für die ermordeten Juden Europas, bei der der Opfer des israelischen Angriffs auf den Gazastreifen im Sommer 2014 gedacht werden soll, halten wir, BDS Berlin, für geschmacklos und für eine Verhöhnung der Opfer. Wenn in diesem Zusammenhang unter anderem auch auf die internationale BDS-Kampagne hingewiesen wird, so wird dadurch ein falscher Bezug hergestellt.

Diese wurde 2005 von einem breiten Bündnis der palästinensischen Zivilgesellschaft ausgerufen und richtet sich an zivilgesellschaftliche Gruppen, Initiativen und an Menschen weltweit, die sich gewaltlos und auf rational nachvollziehbare Weise für die grundlegenden Rechte der Palästinenser*innen einsetzen möchten. Die seit Jahrzehnten anhaltende Verletzung des Internationalen Rechts und von Menschenrechten durch Israel hat nichts mit dem Holocaust an den europäischen Jüdinnen und Juden zu tun.

Wir lehnen es ab, das Gedenken an die Opfer des Holocaust in irgendeiner Weise zu instrumentalisieren. Auch das Gedenken an die Opfer, die der israelische Angriff auf Gaza 2014 gefordert hat, darf unserer Ansicht nach nicht benutzt werden. Ein respektvolles Gedenken ist unserer Ansicht nach eines, das an Opfer um ihrer selbst willen erinnert.

Als einer der Begründer der BDS-Kampagne, Omar Barghouti, Berlin besuchte, war es ihm
ein wichtiges persönliches Anliegen, die Mahnmale für die Opfer des Nationalsozialismus zu sehen und der Opfer zu gedenken. Er tat dies zusammen mit Vertreter*innen der unterschiedlichen Opfergruppen. Mit ihnen zusammen besuchte er die Mahnmale für die ermordeten Jüdinnen und Juden, der Sinti und Roma, der Schwulen und Lesben sowie die Gedenktafel für die Berliner Afrika-Konferenz, die das einzige – und reichlich dürftige – Mahnmal für die Opfer des deutschen Kolonialismus ist.

BDS Berlin ist Teil der weltweiten BDS-Bewegung, die den BDS-Aufruf der
palästinensischen Zivilgesellschaft von 2005 unterstützt, Boykott und Investitionsentzug gegen Israel durchzusetzen und Druck auf die jeweiligen Staaten auszuüben, um Embargos und Sanktionen gegen Israel zu erreichen, bis es seiner Verpflichtung nachkommt, den Palästinenser*innen das unveräußerliche Recht der Selbstbestimmung zuzugestehen, und zur Gänze den Maßstäben internationalen Rechts entspricht.

Berlin, 25. Juni 2016

#BDS

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